Was ist Wirtschaftswachstum?

Ein kurzer Blick in die Tageszeitung reicht, um jedem die Wichtigkeit des Wirtschaftswachstums zu verdeutlichen: Ohne Wirtschaftswachstum keine neuen Arbeitsplätze, die Steuereinnahmen des Staates sinken und die Sozialversicherungskassen sind leer. Kein Zweifel, Wachstum geht jeden an und scheint die ultima ratio für die Lösung aller Probleme zu sein. Doch warum ist das eigentlich so, was ist Wachstum überhaupt?

Ein kleiner Rückblick

Noch vor 250 Jahren kannten die Menschen in Europa den Begriff des Wirtschaftswachstums nicht. Der Reichtum eines Landes wurde in der Landwirtschaft produziert. Handwerker, Händler, Adelige und der Klerus profitierten, abgesehen von der Ausbeutung der Kolonien, von den Überschüssen der Landwirtschaft. Da aber das bebaubare Land begrenzt war, gab es eine absolute Grenze für den gesellschaftlichen Reichtum. Erst mit Adam Smith änderte sich diese Vorstellung Ende des 18. Jahrhunderts. Für Smith trug jeder, der eine Ware produzierte und verkaufte, zum Wachstum des Wohlstandes bei. Je mehr die Einzelnen produzierten, desto größer wurde seiner Ansicht nach der Wohlstand der Nationen. Diese Überlegungen schufen die Voraussetzungen für die moderne Wirtschaftsweise und die Wissenschaft davon.

Die Bedeutung des Wirtschaftswachstums

Der Begriff des Wachstums steht in einem direkten Zusammenhang mit weiteren Begriffen. Zu den wichtigsten zählen: Wirtschaft und Wohlstand. Unter Wirtschaft versteht man den möglichst optimalen Einsatz begrenzter Produktionsmittel. Hinter dieser Definition steht die Vorstellung, daß die Menschen eine Vielzahl von Bedürfnissen haben, jedoch nur eine begrenzte Menge an Waren und Dienstleistungen produziert werden können. Dieser Zusammenhang wird auch als Knappheit betrachtet. Begrenzt sind dabei sowohl die Produktionsmittel (Boden, Maschinen, Ressourcen), als auch die verfügbaren Arbeitskräfte. Um die Menge an Waren und Dienstleistungen zu vergrößern, benötigt man mehr Arbeitskräfte und Maschinen oder produktivere Technologien, die es ermöglichen, mit der gleichen Menge an Arbeitern mehr zu produzieren. Seit dem Beginn der industriellen Revolution ist die Bedeutung des technischen Fortschritts immer weiter gewachsen. Er wurde zum Dreh- und Angelpunkt des Wohlstands in den heutigen fortgeschrittenen Industrieländern, wie des Wirtschaftswachstums.