Wohlstand und Wachstum

Niemand wird bezweifeln, daß der Wohlstand zumindest in den Industrieländern seit dem 2. Weltkrieg enorm gewachsen ist. Der technische Fortschritt hat erheblich dazu beigetragen, daß Kühlschränke, Waschmaschinen, Fernseher und sogar PKW zur Grundausstattung der meisten Haushalte zählen. Technischer Fortschritt führt dabei nicht nur dazu, daß sich das Angebot an Waren und Dienstleistungen erhöht, sondern auch die Preise sinken.

Spätestens in den 70er Jahren schien ein Ende der Knappheit erreicht. Doch zeigten sich gleichzeitig negative Folgen des Wachstums in Form einer neuen Konsum- oder Wegwerfgesellschaft. In Anbetracht der enormen Zuwachsraten des materiellen Reichtums und des unverminderten technischen Fortschritts stellt sich außerdem die Frage nach den Grenzen der verfügbaren Ressourcen. Die Kehrseite des Wohlstandes manifestierte sich in zunehmender Luftverschmutzung und riesigen Abfallbergen. Erstmals wurde die Frage aufgeworfen, ob die Menschheit sich weiteres Wirtschaftswachstum noch leisten kann. Das erreichte Niveau des gesellschaftlichen Reichtums schien auch kein weiteres Wachstum zu erfordern.

Dennoch ist die Wirtschaft auch in den 80er und 90er Jahren ungebrochen weiter gewachsen. Die Produktivität der Volkswirtschaften ist durch Industrieroboter und den Einsatz von Computern noch einmal erheblich gesteigert worden. Die unmittelbare Folge dieser Entwicklung war jedoch nicht eine weitere Steigerung des gesamtgesellschaftlichen Wohlstandes, sondern vielmehr ein Anwachsen der Arbeitslosigkeit und eine Zunahme der Umweltbelastung. Selbst bei denjenigen, die noch Arbeit und damit ein regelmäßiges Einkommen haben, ist die Kaufkraft in den vergangenen 10 Jahren gesunken:

(Quelle: Globus, nach Daten des Stat. Bundesamtes in MZ vom 8.1.2003)